Seit 2015 führe ich ehrenamtlich durch das Wohnhaus der Kaisens und es ist jedes Mal wieder wie eine Reise in die Vergangenheit.
Einen besonderen Einblick in das Leben der Kaisens gibt die Wohnküche. Darin gefällt mir besonders der einfach gestaltete, weiß gestrichene hölzerne Geschirrschrank. Der Vater von Helene Kaisen, Wilhelm Kaisens Schwiegervater, der Tischler Anton Schweida, hat ihn in den 1930er-Jahren gefertigt. Seitdem gehört der Schrank zum Hausstand.
Von außen ist er ganz schlicht rechteckig mit glatten Türen und ohne jegliche Verzierung, innen sehr praktisch aufgeteilt und durchdacht gestaltet.Ganz unten drei Schubladen nebeneinander, darüber einfache Regalböden.
Geradezu genial sind die an den Türinnenseiten angebrachten einfachen Holzleisten, die auf platzsparende Weise als Topfdeckel-Halterungen dienen.
Ineinander gestapelte Aluminiumtöpfe und diverse alte Küchenwerkzeuge aus Metall, z.B. Fleischwolf, Keksteigspritze oder die Flotte Lotte lassen viele Besucher erstaunen.
Bei jüngeren Schülerinnen und Schülern, die zur Besichtigung kommen, erzeugen auch besonders die alten Kaffee-Wärmer, die sich oben auf dem Schrank befinden, Rätselraten und Spaß! Die wenigsten wissen, wozu man sowas genutzt hat.
Immer wieder kommen Schulklassen zu Besuch, vor allem von der Wilhelm-Kaisen-Oberschule, um zu erkunden wie der Namensgeber ihrer Schule mit seiner Familie gelebt hat und was er als Bürgermeister für Bremen bewirkt hat.
Es macht immer wieder Freude, das Interesse und das Staunen der Schülerinnen und Schüler zu erleben.
Monika Wallot-Schwerdtfeger wohnt in der Nachbarschaft. Sie ist Ansprechpartnerin für die Besuche von Schülerinnen und Schülern in der Dokumentationsstätte und die Kooperation mit der Wilhelm-Kaisen-Oberschule.