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Grabstätte von Thomas Francis Dunn wieder hergerichtet

1. Juli 2026historie

Mithilfe der Wilhelm und Helene Kaisen-Stiftung und einiger Privatpersonen konnte die historische Grabstätte von Thomas und Eleanora Dunn auf dem Riensberger Friedhof, Grabstelle D 0008, wiederhergestellt werden. Grabstein und Grabumrandung wurden gereinigt, fest verankert und so das Grab in den ursprünglichen Zustand versetzt. Zudem wurde das Grab von Wildwuchs befreit und dauerhaft neu bepflanzt. Auch Bürgermeister Andreas Bovenschulte und die Senatskanzlei hatten sich zuvor dafür ausgesprochen, die für die Stadt- und Nachkriegsgeschichte bedeutsame Grabstelle das ehemaligen Direktors der US-Militärregierung langfristig zu erhalten.

Zu Thomas Francis Dunn (1903–1964) ist folgendes bekannt: Durch die Proklamation Nr. 3 des US-Militärgouverneurs vom 21. Januar 1947 wurde Bremen – das bis dato Teil der britischen Besatzungszone war – in die amerikanische Besatzungszone übernommen. Grund: Die USA benötigten Bremen und dessen Häfen zur Versorgung ihrer in Süddeutschland und Berlin stationierten Besatzungstruppen. Die Proklamation griff aber viel tiefer: Sie begründete Bremen als „Land“ in der US-Besatzungszone und gab den Bremerinnen und Bremern den Auftrag, eine demokratische Verfassung zu schaffen.

Die US-Besatzungsbehörde in Bremen unterstand der US-Militärregierung in Stuttgart und wurde kommandiert von einem „Governor“. Unter den insgesamt vier bremischen Governors tat sich besonders Thomas F. Dunn hervor. Er war kein Militär, sondern Seehandelskaufmann und amtierte vom 10.12.1946 bis 29.11.1948 – länger als andere Governors. In dieser Zeit unternahm er große Anstrengungen, um seinen Auftrag zu erfüllen, die bremischen Häfen wieder funktionsfähig zu machen. Danach zog er sich in die Privatwirtschaft zurück. Ihn zeichneten ein hohes Maß an Kollegialität, Professionalität, Kompetenz und Verlässlichkeit aus. Als Dunn am 26. Oktober 1964 in Deutschland starb, haben Trauerredner gerade diese Eigenschaften hervorgehoben. Besonders Bürgermeister Kaisen hat ihm auch in seinen Memoiren ehrenvolle Worte des Gedenkens gewidmet:

„Beide (Thomas F. Dunn und Admiral Charles Jeffs) waren von Haus aus Kaufleute, und beide haben in ihrer Stellung als Direktor der Militärregierung ihre Kenntnisse und ihre Fähigkeiten in den Dienste des Wiederaufbaus der Häfen, der Schifffahrt und des Großhandels gestellt. Sie walteten ihres Amtes ohne viel Aufhebens davon zu machen. „Wie können wir Ihnen nützlich sein?“ war ihre ständige Begrüßungsformel, wenn ich sie aufsuchen musste, um diese oder jene Angelegenheit mit ihnen zu erörtern. Sie arbeiteten hart, wenn es darauf ankam, und erwarteten das gleiche von ihren Mitarbeitern (…) Bremen verdankt den beiden sehr viel, auch manche finanzielle Zuwendung, die Bremens Institute brauchen konnten.“

Aus: Wilhelm Kaisen, Meine Arbeit, mein Leben, 1967, S.107.

Thomas F. Dunn wurde auf dem Riensberger Friedhof in Bremen begraben. In seinem Grab wurde auch seine 1992 verstorbene Ehefrau Eleanora Dunn beigesetzt. Ihre gemeinsame Grabstätte existiert auch heute noch und wird im Angedenken an diesen für Bremen in den Nachkriegsjahren wichtigen Mann weiterhin unterhalten. Das Grab wurde vor kurzem umfassend restauriert.

 

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